Infobild langer Stromausfall, Katastrophenschutz.

Am 4. März 2020 informierten Freiwillige im Landgasthof Zum Herzog Ludwig in Harthausen etwa 30 Interessierte über die denkbaren Folgen eines Notfall- und Katastrophenszenarios am eigenen Wohnort.

Sollte die Stromversorgung großflächig und lange ausfallen, so wären die Bewohner auf sich, auf Nachbarschaftshilfe und auf eigene Hilfsmaßnahmen angewiesen.

Mit der Begrüßung informierte Markus Wintermair darüber, dass das Thema “Langer Stromausfall” im Rahmen einer Feuerwehrübung in die Diskussion kam. Dabei sei die Wichtigkeit und die große Tragweite dieser möglichen Notfall-Art klar geworden – besonders in unserer auf Strom basierten Lebenswelt.

Dr. med. Susanne Wartenberg begrüßte es sehr, dass eine Gruppe Freiwilliger aus Paar und Harthausen ein Netzwerk der Hilfsbereitschaft begründet hat und die Folgen einer Notsituation konkret vor Ort gedanklich vorbereitet. Sie plädierte für eine unaufgeregte, persönliche Vorbereitung für den Notfall.

Eigene Erlebnisse konnte Beate Könning schildern. Die Folgen des großräumigen Stromausfalls im Münsterland im Jahr 2005 über fünf Tage hinweg betrafen alle Bereiche des Lebens und zeigten die Verletzlichkeit der Infrastruktur und der Menschen.

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Markus Wintermair berichtete anschliessend vom Ausfall der Mittelspannungsleitung in Gagers 2014. Die ausgefallene Infrastruktur verhinderte die übliche Alarmierung. Als Kommandant erfuhr er durch einen Boten vom Vorfall und konnte nur so Hilfe einleiten.

Dr. med. Klaus Kronawitter wohnt an der Schießstätte und verwies darauf, dass die Notaufnahmen und Krankenhäuser bereits heute am Limit arbeiteten. Diverse Notfall-Szenarien könnten diese Stellen schnell überfordern. Ohne Strom funktioniere weder die Patientenversorgung in Arztpraxen, noch die Medikamentenversorgung in Apotheken. Es wäre sehr wichtig, dass Bewohner im Notfall wüssten, dass beim Wirt ein zentraler Hilfepunkt organisiert werden soll.

Als erfahrene Fachkraft im Bereich der medizinischen und häuslichen Pflege sprach Susanne Späth die individuellen Folgen eines langen Stromausfalls für Kranke und Patienten am Ort an. Sie wies auch auf mögliche Angstzustände, Orientierungslosigkeit und erhöhte Unfallgefahren für Senioren hin.

Walter Mück stellte den Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen des Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe vor. Er erläuterte eine Handreichung als Ergebnis der seit Frühsommer 2019 absolvierten Gesprächsrunden, konkret bezogen auf die Orte Harthausen und Paar.

Die Situation nicht vernetzter Nachbarn erläuterte Dirk von der Heide. Nur mit dem Blick in die vier Richtungen um die eigene Wohnung herum könne man die Situation der Nachbarn prüfen und Notsituationen erkennen. Wichtig sei es laufend Kontakt zu halten.

Es könne die Ortschaft völlig auf sich allein gestellt sein, wenn die Freiwilligen der örtlichen Feuerwehr durch überörtliche Katastrophenarbeiten gebunden seien, so Walter Mück. Dann sollten sich hilfsbereite Bürger jeden Alters “beim Wirt” (Landgasthof Zum Herzog Ludwig) einfinden und Informationen und Hilfe selbst organisieren. Dazu seien bereits ein Stück weit Handlungsanleitungen erarbeitet worden. Jeder könne weiter daran mitarbeiten.

Abschließend verwies Markus Wintermair auf die Hompage der Freiwilligen Feuerwehr. Dort könnten Informationen zum Thema aufgerufen und schriftlich Fragen gestellt werden. Fragen und Wortmeldungen zeigten an diesem Abend, dass sich einzelne Mitbürger bereits technisch für einen langen Stromausfall vorbereitet haben. Markus Wintermair sprach die Hoffnung aus, dass sich die Bewohner am eigenen Wohnort für den Notfall vorbereiteten und sich bereit erklärten, in der Vorbereitung und im Notfall zur Hilfe für die Nachbarn beizutragen.

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